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Auszüge aus der Website des DRK-Kreisverbandes Heilbronn
Kurz nach drei Uhr am Morgen. Auf dem Nachttisch eines DRK-Sanitäters piepst der Alarmmelder. Ein schlaftrunkener Griff zum Telefon und der Anruf auf der Rettungsleitstelle sind inzwischen fast Routine. Es vergeht kein Tag, an dem nicht mindestens eine der sechs bestehenden HvO-Gruppen alarmiert wird. Während die Leitstelle über einen schweren Verkehrsunfall informiert, ist die Einsatzkleidung schon über den Schlafanzug gezogen. Ein Griff zur Rettungstasche und schon geht es los. Zur Einsatzstelle sind es nur wenige hundert Meter. In der Regel erreichen die Helfer-vor-Ort den Einsatzort nach 3-5 Minuten
"Gerade das ist unser Einsatzkonzept", berichtet Projektleiter Achim Schugt. "Wir nützen die räumliche Nähe, um als Nachbarschaftshelfer das sogenannte "therapiefreie Intervall", bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und Notarzt, sinnvoll zu überbrücken. Gerade bei lebensbedrohlichen Situationen, wie Herz-Kreislauf-Stillstand, zählt jede Minute. Damit erweitern wir die Rettungskette um ein sechstes Glied: Der Helfer-vor-Ort erbringt eine gezielte Erste Hilfe an der Notfallstelle. Wir machen dabei natürlich dem Rettungsdienst keine Konkurrenz. Helfer-vor-Ort überbrücken nur die unvermeidliche Anfahrtszeit.“
Inzwischen ist ein zweiter Helfer des HvO Teams eingetroffen. Für die erfahrenen Kräfte beginnt jetzt die eigentliche Arbeit: Vitalfunktionen prüfen, lebensrettende Handgriffe zum Freihalten der Atemwege, Rückmeldung an die Rettungsleitstelle. Die hauptamtlichen Mitarbeiter des DRK-Rettungsdienstes erhalten so oft schon auf der Anfahrt die ersten Informationen. Das mit Warnblinker abgestellte Fahrzeug des HvO erleichtert dem anfahrenden Rettungsdienst dabei das Auffinden der Einsatzstelle und wertvolle Zeit wird eingespart.
Nach einer kurzen Übergabe beginnen die Maßnahmen des Notarztes und der Rettungsassistenten. Ein kurzes Lob, die Helfer-vor-Ort haben gute Vorarbeit geleistet. Für sie ist es jetzt Zeit, sich von der Einsatzstelle zurückzuziehen. Schließlich ist es erst halb vier Uhr - Zeit genug, sich nochmals ins Bett zu legen.
Von der Geburt, über Verkehrsunfälle bis hin zur Reanimation haben die Helfer-vor-Ort schon alles mitgemacht. Eine fundierte Ausbildung, Zusatzkurse in Wiederbelebungsmaßnahmen, Praktika auf dem Rettungswagen und auch Gesprächsabende über „Sterben und Tod“ gehören zum Schulungsprogramm. Einen "Schutzmantel" haben die Helfer-vor-Ort nicht: Ihnen fehlt bei manchem Einsatz die persönliche Distanz. Kann es doch vorkommen, dass Hilfe beim Nachbarn, bei Bekannten oder sogar im Familienkreis notwendig wird.
Im Jahr 2007 haben die DKR Ortsvereine von Elsenz, Eppingen, Mühlbach und Richen (im Zusammenschluss mit dem OV Berwangen) den Arbeitskreis HvO Kraichgau West im DRK Kreisverband Heilbronn gegründet. Zusammen mit weiteren ehren- und hauptamtlichen DRK- Mitgliedern in den Ortsteilen Adelshofen, Kleingartach und Rohrbach können wir mittlerweile auf ca. 20 aktive Helfer-vor-Ort zurückgreifen.
Die Kosten für Ausbildung und Ausrüstung erbringen dabei die Ortsvereine. Über 500 Euro fallen hierbei für jede Helferin und jeden Helfer an, um alleine den Funkmelder und die persönliche Schutzausrüstung zu beschaffen. Und für den mit Sauerstoff und AED- Gerät voll ausgestatteten Notfallrucksack sind schnell einige tausend Euro beienander…
Neben dem regelmäßigen Erfahrungsaustausch stehen vor allem gemeinsame Aus- und Weiterbildungen auf dem Programm. Nicht selten kommt es auch vor, dass HvO- Gruppen aus benachbarten Ortsteilen dabei gemeinsame Einsätze absolvieren (z.B. bei Verkehrsunfällen auf den Kreis- und Landstraßen sowie auf den B293).
Seit dem Start im Jahr 2007 haben wir in Adelshofen, Elsenz, Eppingen, Kleingartach, Mühlbach, Richen und Rohrbach bereits über 500(!) Hilfeleistungen erbracht (Stand:Dezember 2010).


