Ehrenamtliche Helfer über 500 Mal im Einsatz

25 Sep 2017

Ittlingen 

Die Helfer vor Ort des Roten Kreuzes sind lebenswichtige Bindeglieder im Notfall. Sie sind oft vor dem Rettungswagen am Unfallort. Diese Arbeit will der Ittlinger Gemeinderat künftig auch finanziell unterstützen.

 

Von Gabriele Schneider

 

Retten ehrenamtlich in ihrer Freizeit Menschen bei Notfällen: Die Helfer vor Ort Vincenco Nicolosi (links) aus Ittlingen und Projektleiter Philipp Lehradt aus Richen.

Foto: Gabriele Schneider

 

Die ehrenamtlich agierenden Helfer vor Ort (HvO) des Deutschen Roten Kreuzes sind bei Notfällen wichtige Schnittstelle zwischen Ersthelfern und Rettungsdienst. Einstimmig hat der Ittlinger Gemeinderat deshalb entschieden, die HvO-Gruppe "Kraichgau West" mit jährlich 600 Euro zu unterstützen.

Die HvO-Gruppe ist zuständig für die Bereiche Eppingen mit Teilorten und Ittlingen. Sie ist Bindeglied zwischen Ersthelfer und Rettungsdienst: Die Helfer fahren zum Einsatzort, reanimieren oder betreuen dort bis zum Eintreffen von Rettungswagen oder Notarzt Notfälle oder Verunfallte. Rettungsdienste brauchen oft länger, sie haben eine viel weitere Anfahrt. Die HvO hingegen werden von der Leitstelle alarmiert, sobald ein Notruf aus ihrem Ort eingeht.

 

Auto mit Spendengeldern finanziert

 

Im letzten Jahr konnte die Gruppe mit Spenden ein Auto kaufen, das jetzt in der Region rotiert. 80 Prozent der Helfer sind trotzdem weiterhin mit Privatautos im Einsatz.

Seit elf Jahren sind die Helfer in der Region "Kraichgau West" tätig, erzählt Melanie Thomaier. 2006 entstand die Idee, 2007 waren die ersten Aktiven geschult und einsatzbereit. "Fünf Minuten nach unserer Anmeldung bei der Rettungsleitstelle Heilbronn wurden wir zum ersten Einsatz gerufen", erinnert sich Projektleiter Philipp Lehradt.

Zur Ausrüstung jedes Helfers vor Ort gehören ein digitaler Melder, der Notfallrucksack mit Verbandsmaterial und anderem Zubehör sowie Defibrillator. Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich, für ihre Einsätze bekommen sie nicht frei, wie etwa Feuerwehrleute. Dennoch: "50 Prozent packen wir", sagt Thomaier.

 

520 Einsätze in einem Jahr

In 58 Prozent der Einsätze handele es sich in der Region "Kraichgau West" um Herz-Kreislauf-Notfälle, bei 20 Prozent um chirurgische Notfälle wie etwa Brüche, zehn Prozent sind Verkehrsunfälle, fünf Prozent Kinder-Notfälle und sieben Prozent sonstige Notfälle. 2016 gab es im gesamten Gebiet 520 Einsätze, davon 93 in der Eppinger Kernstadt, 81 in Ittlingen und 75 und 74 in Mühlbach und Richen.

 

Vincenco Nicolosi ist Ittlingens einziger Helfer vor Ort, er muss die Einsätze im Ort trotz Vollzeitjob allein stemmen. Er erfüllt sein Ehrenamt gern, und zwar "abends, nachts, wochenends oder wenn ich Urlaub habe", sagt er. Er weiß, dass es mehr wie ihn bräuchte, aber auch, dass nicht jeder dafür geschaffen ist: "Die Einsätze kosten Kraft, man erlebt hin und wieder Dinge, die nicht leicht zu verkraften sind", so Nicolosi.

 

 

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