Rettungsengel bekommen Flügel

10 Nov 2016

 

Eppingen - Sie sind zur Stelle, noch bevor der Notarzt eintrifft. Die Helfer vor Ort des Roten Kreuzes schließen ehrenamtlich eine Lücke in der Rettungskette. Die Gruppe Kraichgau West kann dabei auf ein modernes Vehikel zurückgreifen: Der neue, von Sponsoren finanzierte Einsatzwagen ist am Dienstag auf dem Marktplatz offiziell vorgestellt worden.

Minute zählt
Der Einsatz, den die derzeit zwei Dutzend Helfer in Eppingen, den Stadtteilen und Ittlingen leisten, sucht seinesgleichen, ist der Eppinger Notarzt Dr. Stefan Linke überzeugt. "Ich kenne kein Ehrenamt, das eine vergleichbare Herausforderung darstellt." Ein Szenario, wie es für die Sanitätshelfer jederzeit vorkommen kann: In Kleingartach erleidet jemand ein Herzanfall. Die Helfer vor Ort werden über die Leitzentrale mit dem Rettungswagen über einen Pieper alarmiert. Sie sind vor Ort, in der Regel sind sie dadurch schneller zur Stelle und überbrücken die Zeit, bis der Notarzt eintrifft. Die wenigen Minuten können Leben retten. Für manch einen sind die Helfer zum Rettungsengel, jetzt bekommen sie Flügel. "Die Mutter aller Helfer-vor-Ort-Fahrzeuge" hat die Gruppe dieser Tage in Dienst gestellt. Das Auto ersetzt einen museumsreifen BMW, Baujahr 1991, der für die Einsätze nicht mehr tragbar war. Häufig fahren die Helfer auch mit dem Privatwagen zu den Einsätzen.

Das neue Vehikel, so erläuterte Philipp Lehradt von den Helfern vor Ort bei der Präsentation, ist modern ausgestattet. Ein Defibrillator zur Wiederbelebung nach Kreislaufstillstand ist ebenso an Bord wie ein Gerät, um im Notfall die Atemwege freizubekommen. Mehr als 30 Sponsoren haben es ermöglicht, das rund 30 000 Euro teure Fahrzeug anzuschaffen. Die Stadt Eppingen, Kreissparkasse und Volksbank steuerten jeweils 5000 Euro oder mehr bei. Nachdem die Helfer-vor-Ort-Gruppe Kraichgau West 2007 gegründet wurde, standen zunächst rund 40 Einsätze pro Jahr an. Mittlerweile sind es mehr als 500, wie Notarzt Linke herausstrich. Die ehrenamtlichen, allesamt qualifizierte Sanitätshelfer müssten mit großen psychischen Belastungen fertig werden. Bürgermeister Peter Thalmann würdigte bei der Fahrzeugübergabe den Einsatz der Rotkreuzler. Der Stadt und insbesondere OB Klaus Holaschke sei es ein wichtiges Anliegen gewesen, die Gruppe zu unterstützen, so Thalmann.

Kreisweit
Mehr als ein Dutzend Helfer-vor-Ort-Gruppen gibt es im Landkreis Heilbronn. Für ihre Einsätze, etwa für die Bestückung der Notfallrucksäcke, sind sie auf Spenden angewiesen. Informationen gibt es auf der Homepage der Ortsgruppe unter hvo-kraichgau-west.de

 

Bild: Die Helfer vor Ort und Vertreter der Kommunen und Sponsoren stellen das neue Einsatzfahrzeug auf dem Eppinger Marktplatz vor. Foto: Alexander Hettich

 

 

 

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